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Geschrieben von Kevin Phillipp   
Montag, 14. November 2011

TSV Leipzig 76 II – SV Bad Düben               3:2 (22,-17,-14,20,7) 113 min.

 

Zum ersten Mal in dieser Saison und zum ersten Mal seit zwölf Spielen muss das Spielgeschehen mittels des roten Protokolldurchschlags analysiert werden. Selbst einen Tag nach dem letzten Pfiff von Volleys-Schiedsrichter Christian Pätzold, welcher die Gemüter in beiden Lagern ordentlich erhitzte, sind wir total sprachlos, wie man ein solches dominierendes Match noch aus der Hand geben kann. Hier einige Erklärungsversuche:

Mit 8:0 Punkten aus den ersten vier Begegnungen ist ein Zittern vor dem Abstieg frühzeitig abgewendet wurden. Die Punktehatz sollte aber auch in Leipzig-Mockau bei der zweiten Vertretung des TSV 76 weitergehen. Im Vorfeld wollten wir die Spielreihenfolge tauschen, damit wenigstens Peter Lüddecke noch mit von der Partie sein kann. Die geplante Geburtstagsfeier in Thüringen wurde allerdings kurzfristig abgesagt, weshalb er doch zur Verfügung stand. Der eine Woche zuvor umgeknickte André Kanitz wurde rechtzeitig doch noch fit. Dennoch fehlten mit René Hellwig (Kapselriss im Daumen) und Christian Rabe (Bänderriss im Sprunggelenk) zwei Stammkräfte verletzungsbedingt. Henry Ungelenk, Mario Alt und René Bischoff wurden aus der zweiten Mannschaft reaktiviert, wodurch wir am Ende doch mit elf Mann da standen.

Das Spiel ging gut los. Wir bestimmten den Takt und gaben den Ton an. Trotz deutlicher Überlegenheit war der Vorsprung stets sehr gering und gefährlich. Der TSV, welcher ohne ihren verreisten Hauptangreifer Andreas Rauschenbach auskommen musste, behielt gegen Ende die Augen offen und drehte uns mit 25:22 den Hahn zu.

Zum dritten Mal in dieser Spielzeit verloren wir den ersten Satz – ein Zeichen dafür, dass wir sehr lange zum Ausschlafen benötigen. Im zweiten Durchgang waren wir dann dementsprechend viel konzentrierter und machten schnell alles klar. Kevin Phillipp mit starken Aufschlägen sowie Kanitz und Lüddecke mit fantastischer Blockarbeit ließen die Messestädter ordentlich grübeln.

Der dritte Satz ist auch sehr schnell erzählt. René Bischoff kam für David Wächter auf Außen. Kein Abriss des Spielrhythmusses zu spüren. Die Feldabwehr arbeitete ausgesprochen gut und aus der gefestigten Annahme heraus, konnten die Angreifer gut in Szene gesetzt werden. Alt kam Mitte des Satzes für Lüddecke. Dieser fügte sich gut ein und verdunkelte erst einmal die Halle mit zwei Blocks. Der Rest war Formsache, die gemischte Mannschaft aus SV Lok Nordost und TSV 76 II um Zuspieler Maik Etzold schien gebrochen.

Im vierten Satz blieben Bischoff und Alt auf dem Feld. Dazu kam jetzt noch Peter Liebner als Zuspieler auf die Platte. Obwohl es der optische Spielverlauf nicht erahnen ließ, war der Satzvorsprung bedrohlich klein und wir nun zudem mit einer sehr unerfahrenen Truppe am Netz, die so in dieser Form noch nie aufgelaufen ist bzw. zusammen trainiert hat. Das Niveau des Spiels ließ spürbar nach, wir blieben allerdings in Front. Plötzlich schlich sich der Schlendrian ein, die Annahme wackelte, die Feldabwehr war nicht bereit und mit Heinrich Zozmann avancierte ein einziger Angreifer des TSV zum satzentscheidenden Mann. Fast im Alleingang riss er einen 19:20-Rückstand ins 25:20 Endergebnis um – wieder Tiebreak auswärts. Die Ligastatistik zeigt, dass alle sechs Tiebreaks in dieser Saison ausschließlich von den Auswärtsmannschaften gewonnen wurden.

Das Wechselspiel unseres Kapitäns ging auch vor dem entscheidenden Satz weiter. Der völlig kalte Henry Ungelenk sollte nun nach fast einjähriger Zuspielabstinenz die Fäden ziehen. Die Gastgeber legten los wie die Feuerwehr. Bei 2:5 nahmen wir die erste Auszeit. Da informierte uns der zweite Schiri, dass Lüddecke auf dem Feld stehen müsste und nicht Alt (komisch, dass es dem Schiedsgericht beim Überprüfen der Aufstellung nicht auffällt). Also ging es bei 0:5 weiter – egal, wir haben schon Schlimmeres aufgeholt. Wir kamen bis zum 3:6 ran, den Rest verwaltete und baute der TSV geschickt aus. Nachdem sich Baumgarten dann anstatt für das Zuspiel noch für den Aufschlag einwecheslte und den Ball im Netz versenkte, war die Misere perfekt. Das Spiel war verloren.

Der Kapitän entschuldigte sich sofort nach der Partie in der Kabine bei der Mannschaft und nimmt die volle Verantwortung auf sich. Trotzdem ist zu sagen, dass man gegen einen Gegner, der an diesem Tag nur einen effektiven Angreifer in seinen Reihen hatte, egal mit welchem Spielern gewinnen muss.

In zwei Wochen gehts beim Mitaufsteiger SV Chemnitz-Harthau weiter.

 

Für den SV Bad Düben spielten: Kapitän Frank Baumgarten, Kevin Phillipp, Peter Lüddecke, Daniel Lange, David Wächter, André Kanitz, René Bischoff, Henry Ungelenk, Mario Alt, Felix Winkler und Peter Liebner.

Letzte Aktualisierung ( Montag, 14. November 2011 )
 
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