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Mit klasse Leistungen für klasse Stimmung bedankt PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Kevin Phillipp   
Sonntag, 18. Dezember 2011

SV Bad Düben – SV Reudnitz                        3:2 (18,23,-19,-22,11) 100 min.

SV Bad Düben – Krostitzer SV                       3:2 (22,28,-18,-20,11) 110 min.

 

Der Spitzenspieltag, das Gipfeltreffen, das Kräftemessen der besten drei Mannschaften der bisherigen Saison stand an. Wir empfingen zum zweiten Heimspieltag unserer ersten Sachsenklassesaison nach dem Aufstieg als überraschender Tabellenzweiter den noch ungeschlagenen Ligaprimus vom SV Reudnitz, welcher in sechs Partien erst einen Satz abgeben musste, und anschließend den drittplatzierten Landesligaabsteiger des Krostitzer SV zum Lokalderby.

Am Vorabend wurde gut trainiert und ausreichend auf die harten Brocken eingeschworen. Wir wollten mit viel Aggressivität und Freude den Gegner möglichst wenig ins Spiel kommen lassen. Dies gelang uns anfangs gegen die Reudnitzer nahezu perfekt. Jeder Angriff sollte das Punktekonto aufstocken und Jan-Türk Daßler, der vielfache DDR-Nationalspieler, wurde reihenweise weggeblockt. Zudem erarbeitete sich der Meisterschaftsfavorit aus dem Leipziger Bierstadtteil eine erschreckende Aufschlagquote. Im 16-minütigen ersten Satz überrumpelten wir die Daßler-Kombo.

Die Gäste konzentrierten sich mit Beginn des zweiten Durchgangs mehr auf ihr eigenes Spiel und stellten sich besser auf uns ein. Es wurde zunehmend schwieriger, Punkte zu erspielen. Beide Teams gaben keinen Ball verloren – nun entwickelte sich ein wahres Spitzenspiel auf hohem Niveau. Komischerweise bewies unser doch eher junges Team in den engen Situationen die stärkeren Nerven an diesem Tag (wie übrigens bereits in der gesamten Saison). Das ist gerade für einen Aufsteiger nicht wirklich selbstverständlich und unsere große Stärke – 25:23 – 2:0.

Reudnitz legte nun in allen Bereichen eine Schippe drauf. Für den Ur-Dübener Steffen Fichtner kam Thomas Kahnt. Bei uns fing die Annahme an zu wackeln und die letzte Entschlossenheit und Konsequenz fehlten. Reudnitz glich mit zwei Satzerfolgen aus. Es ging also zum vierten Mal in dieser Saison in den Tiebreak.

Wir waren uns bewusst, dass jeder Punktgewinn wichtig ist und dieser dann auch ausgiebig gefeiert werden sollte. Wir waren so weit gekommen wie keine andere Mannschaft zuvor, jetzt sollte dem die Krone aufgesetzt werden. Es funktionierte jetzt wieder alles. Die Annahme, glänzend dirigiert von Libero Felix Winkler, stand, der Gegner wurde zu Fehlern gezwungen und fast jeder Angriff saß. Bei 8:3 tauschten wir die Seiten. Auch wenn die Grünen-Weißen noch einmal rankamen, spielten wir es doch kaltschnäuzig zu Ende – SIEG !!

Nach 50-minütiger Pause standen uns die nächsten Bierdörfler gegenüber – der Krostitzer SV. 2009 und 2010 noch Sachsenmeister geworden, stiegen sie im Folgejahr ab. Nun kam es also nach vielen Jahren wieder zum prestigeträchtigen Kreisderby, in dem es auch um die Nummer zwei hinter den Zweitligaschmetterern des GSVE Delitzsch ging. Die Halle war dementsprechend prächtig gefüllt. Die „Krostitzer Rüpel“ machten zusammen mit unserer U18, unserer ersten Damenmannschaft und den restlichen Zuschauern (insgesamt rund 100) einen unfassbaren Lärm.

Peter Lüddecke kam für David Wächter auf Außen. Dieser Schachzug, einen erfahrenen, nervenstarken Spieler aufs Feld zu stellen, sollte sich als goldwert erweisen. Auch diese Begegnung (das bestätigten beide Seiten nach der Partie) stellte ein wahres Spitzenspiel auf hohem Niveau dar. In einem nervenaufreibenden und spannenden ersten Akt behielten wir am Ende die kühleren Köpfe. Auch Satz zwei war nichts für schwache Gemüter. Die beiden gut aufgelegten Hauptangreifer Daniel Lange und Felix Beyer (KSV) schenkten sich nichts. Wir drehten ein 10:15 in ein 16:15, Das war der Startschuss des Krimis. Nach vielen abgewehrten Satzbällen auf beiden Seiten jubelten am Ende wir beim 30:28.

Bei Stand von 8:6 im Dritten, einem Zeitpunkt, bei dem wir die Krostitzer scheinbar geknackt hatten, bekam Kapitän Frank Baumgarten einen Wadenkrampf und musste das Spielfeld verlassen. Peter Liebner ersetzte das „Zuspielloch“. Der KSV startete zwei Serien bis Baumgarten nach einigen Lockerungsübungen bei 16:19 das Feld wieder betrat. Es reichte in der Folge nur noch für zwei magere Pünktchen.

Der mittlerweile ins Krostitzer Spiel gebrachte Yves Mattheis konnte die taumelnde Annahme stabilisieren. Sein Fortune in der Offensive war im Gegensatz zu seinem Vorgänger Daniel Fittke auch größer. Krostitz dominierte Abschnitt vier, setzte sich beim 15:15 ab und rettete sich in den Tiebreak.

Unsere Zweite war schnell mit Spielen fertig, wodurch sich Bocki an die große Trommel setzte und diese ohne Gnade kräftig verprügelte. Wie bereits gegen Reudnitz starteten wir furios (6:2) und wechselten bei 8:5. Krostitz ließ nicht locker, legte alles rein und verkürzte auf 9:10. Im Anschluss zeigten wir mehr Siegeswillen und belohnten die fantastischen Zuschauer mit dem zweiten Fünf-Satz-Sieg an diesem Tag.

Mit diesen beiden Siegen gegen die Tabellennachbarn sind wir für eine Woche auf Platz eins. Dann gastieren die Reudnitzer bei den Krostitzern. Parallel besiegten unsere Bezirksklasse-Herren den SV Hohenprießnitz nach ähnlichem Verlauf mit 3:2 im Muldederby. Anschließend verloren sie allerdings ohne Satzgewinn gegen die VSG aus Neukirchen. Wir bedanken uns bei allen, die gekommen sind und die Spiele einfach unvergesslich gemacht haben.

 

Für den SV Bad Düben spielten: Kapitän Frank Baumgarten, David Wächter, René Hellwig, Daniel Lange, Kevin Phillipp, André Kanitz, Felix Winkler, Peter Lüddecke, Mario Alt, Peter Liebner, Henry Ungelenk und André Reichenbach.

 
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